Die Zeit ist gekommen, wir sind zum Mond geflogen. Astronauten haben schon jahrelang in Raumstationen gelebt und gearbeitet. Jetzt arbeiten Wissenschaftler am nächsten Schritt. Das nächste große Abenteuer der Raumfahrt ist der Flug zum Mars. Ob im Kino oder bei der NASA - die Sache ist entschieden, wir werden zum roten Wüstenplaneten fliegen. Und die kleinen grünen Männchen müssen endlich einsehen: Es gibt wirklich Außerirdische und sie kommen vom Planeten Erde.
Eine wichtige Rolle bei der Reise zum Mars spielt mit Sicherheit die ISS. Dort werden nach deren Fertigstellung entscheidende Tests durchgeführt, etwa die physischen und psychischen Auswirkungen der Langzeitschwerelosigkeit. Die Russen konnte da auf ihrer inzwischen hoffnungslos veralteten Raumstation MIR einige Erfahrungen machen: Einige russische Kosmonauten mussten nach längerem Aufenthalt auf der MIR anfangs aus ihren Landekapseln gehoben und dann getragen werden, da sie - der Schwerkraft der Erde völlig entwöhnt- nicht mehr in der Lage waren, selbständig zu gehen.
Zudem hat man festgestellt, dass mit der Schwerelosigkeit ein schneller Muskelsch
wund einher geht, so dass die Amerikaner ein richtiges tägliches Sportprogramm für ihre Astronauten vorbereitet haben. Einige Techniker haben auch eine Art Karussell entwickelt: ein schnell rotierender Eisenträger, an dem eine Liege befestigt ist, auf der der Astronaut täglich einige Minuten mit den Füssen nach außen liegend gedreht wird, was durch die wirkenden Fliehkräfte quasi eine Simulation von Schwerkraft bewirkt. Ob das allein ausreichen wird, bezweifeln die NASA-Wissenschaftler selbst.
Andere Technologien wurden entwickelt, z.B. die Wiederaufarbeitung der Exkremente zu Sauerstoff beispielsweise... An einer geeigneten Antriebstechnik wird noch gearbeitet, denn mit der herkömmlichen Technik müsste man riesige Treibstofftanks mit führen - für eine mehrmonatigen Reise zum Mars und wieder zurück, völlig ungeeignet.
Es stellt sich allerdings hierbei auch die Frage, wieso man nicht noch ein oder zwei Mal auf dem Mond gelandet ist, was zwar ein kostspieliges Unterfangen wäre, jedoch fände man dort idealste Trainingsbedingungen, denn bis die bemannte Marsmission realisiert werden kann, werden seit der letzten Mondlandung mehr als drei Raumfahrergenerationen vergangen sein, so dass man nicht unbedingt auf noch frische Erfahrungen bauen kann.

 


Modell der Internationalen Raumstation (ISS)

Start der Marsmission:

Das neue Jahrtausend braucht ein neues Ziel. Das Ziel heißt Mars. Ein Planet, ähnlich wie die Erde, nicht mehr als 55 Millionen Kilometer (bei größter Annäherung) von uns entfernt. Im galaktischen Maßstab ist das gar nichts. Zeit, das wir uns endlich auf die Reise machen...

 



                              Was braucht man:
 
1.   Raketen, bestehend aus 4 Modulen, Gewicht 1000 t
 2.   500 Tonnen Treibstoff
 3.   Besatzung: zwei Männer, zwei Frauen
 4.   1 Not-OP
 5.   12.000 Liter Wasser
 6.  
4 PC-Arbeitsplätze
 7.   4 Werkzeugkästen
 8.   20 Kilo Kaffeepulver
 9.   1 Tonne Nudeln
10.  1 Tonne Kartoffeln
11.  650 Hähnchen
12.  400 Gläser Marmelade
13.  200 Kilo Wurst
14.  500 Kilo Obst
15.  2800 Liter Fruchtsäfte
16.  8000 Tuben Astronautennahrung
17.  1000 Einwegrasierer
18.  40 Tuben Zahnpasta
19.  1000-1200 DVD-Videos
20.  1 Ergometer
21.  4 Lang- 8 Kurzhanteln, Gewichtscheiben
22.  1 Bibel

 

   

Cape Kennedy in Florida im Juli 2016. Eine große Trägerrakete steht auf der Startrampe des Versuchsgeländes. Aus den Triebwerken tritt Dampf aus, und in der Luft liegt ein gleichmäßiges, dumpfes Dröhnen. Die Rakete ist vergleichsweise klein, an ihrem Rücken hängt der "Venture Star" - ein neuer Raumgleiter. Die Militärfirma Lockheed plant derzeit, mit dem neuen Weltraumgefährt schon 2005 das betagte und allen bekannte Space Shuttle abzulösen. Das neue Shuttle ist breiter und braucht deshalb auf seinem Rücken einen zusätzlichen Leitwerksflügel.
Im denkwürdigen Jahr 1969 startete von hier die erste Apollo-Mission Richtung Mond, ein aufregender Moment, aber auch voller Unsicherheit. Das wird im Jahr 2016 nicht anders: Die Astronauten steigen in ihren orangenen Raumanzügen an Bord. Der Start: Die Triebwerke beginnen zu vibrieren, spucken Feuer. Die Rakete hebt langsam ab, sticht in den Himmel und zieht einen weißen Schweif hinter sich her, bis nur noch ein silberner Punkt am Himmel zu sehen ist. Im Cockpit des Raumgleiters beginnen die Astronauten schon kurz nach dem Start, alles vorzubereiten für das Andocken an die ISS (Intentional Space Station). Die Raumstation ist eigentlich ein Weltraumbahnhof, in dem die Crew umsteigen kann: Vom Shuttle in das große Marsschiff, das auf der anderen Seite der Station angedockt liegt - so sieht es ein möglicher Plan der NASA vor. Ohne Verzögerungen geht die Reise weiter, das Raumschiff legt ab, die Crew gleitet zum roten Wüstenplaneten, hinaus aus der erdnahen Umlaufbahn in die Weiten des nachtschwarzen Alls.
Das Mars-Raumschiff ist so groß, dass es nicht auf der Erde zusammengebaut werden konnte. Und auch ein Start von der Erde aus war nicht möglich. Denn das Schiff hat nichts mehr mit früheren Gleitern oder Shuttles gemeinsam. Es ist eher eine rasende Raumstation, zusammengesetzt aus vielen kleinen Modulen. Dabei sind die riesigen, weit nach außen ragenden Sonnensegel das auffälligste Merkmal des Schiffes.
John Mankins von der NASA beschreibt uns dieses mögliche Raumfahrzeug wie ein Segelschiff des 18. Jahrhunderts. Aber anstelle der großen, weißen Segeltücher hat dieser moderne Weltraum-Clipper riesige Sonnenkollektoren. Die Kollektoren wandeln Licht in Energie um, zusätzliche Energie, die das Raumschiff z.B. für die elektronischen Geräte oder das Entertainment-Programm für die Crew auf dem Weg zum roten Planeten braucht. Aber der Teil des Marsgleiters, in dem die Mannschaft lebt und arbeitet, ist im Vergleich zu den Masten und Sonnensegel richtig winzig. Nach dem Ablegen von der internationalen Raumstation blasen sich die einzelnen Module des Raumschiffs auf. Wie ein Autoreifen bestehen sie aus einem festen Kern und einer Hülle, die mit Druck stabil gehalten wird. Dadurch haben die Astronauten nun mehr Raum zum Leben und Arbeiten. Genug, um die 150 Tage lange Fahrt zum Mars ohne Probleme zu überstehen.
Derzeit arbeitet die NASA an den Vorbereitungen, um dieses System einer "Druckbüchse" zum erstenmal bei der ISS zu testen und einzusetzen.
Der Bereich, in dem die Astronauten leben, ist 232 Quadratmeter groß, also so groß vielleicht wie drei Drei-Zimmer-Wohnungen, sagt Janis Connolly vom Johnson Space Center. Das Raumschiff hat zwei Etagen, und jede ist über zwei Meter hoch - damit durchaus bequem zu durchschweben.
Vielleicht wird das Schiff mit seiner fast organischen Form nicht sehr rasant aussehen, aber in Wirklichkeit ist es norm schnell. Dafür sorgt der thermonukleare Antrieb, der 50 Prozent weniger Kraftstoff braucht als herkömmliche Antriebsarten, das hat die NASA schon 1992 in einem Thesenpapier festgestellt. Weniger Kraftstoff heißt weniger Gewicht und damit deutlich mehr Platz für die Ausrüstung an Bord.
Mit dem Schub dieses Triebwerks dauert die Reise zum Mars immerhin noch zwischen 150 und 180 Tagen.
Eine so "kurze" Flugzeit ist nur alle zwei Jahre möglich, wenn Mars und Erde sich in einer optimalen Stellung befinden. So lange haben es Astronauten (aber vor allen Kosmonauten) auch schon unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit im Weltraum ausgehalten, hauptsächlich bei ihren Endlos-Erdumkreisungen der russischen Raumstation Mir.

 


                                                                 Warum der Mars?
Beobachtungen über den Mars ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über den roten Planeten sind rund 5000 Jahre alt und stammen aus China.
1877 entdeckte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli die "canali", ein weitverzweigtes Netz dunkler Linien, das in der Folgezeit viele Zeitgenossen als künstlich angelegtes Kanalsystem interpretierten - die Diskussion um die Existenz menschenähnlicher Lebewesen auf dem Mars begann. Ziemlich genau ein Jahrhundert später, 1976, umkreiste die NASA-Marssonde
"Viking 1" den Planeten und fotografierte ihn Stück für Stück ab. Es ist der zweiundvierzigste Tag der Fototour, als der Viking etwas Außergewöhnliches vor die Linse kommt: ein riesiges steinernes Gesicht und pyramidenähnliche Gebilde.
Zeichen oder gar Kultstätte einer untergegangenen Zivilisation? Erneut Nahrung für heftige Spekulationen. Einig ist man sich nur in einem Punkt: Das Gesicht ist keine zufällige Gesteins-Formation.
Ein anderer Fund löste 1996 einen erneuten Mars-Boom aus: am 6. August 1996 präsentierte eine Forschergruppe ihren Untersuchungsbericht über einen Meteoriten, der in der Antarktis gefunden worden war und höchstwahrscheinlich vom roten Planeten stammt. Das Ergebnis: In dem zwei Kilo schweren Brocken fanden Experten gleich mehrere Spuren, die möglicherweise Mikrofossilien hindeuten, sowie Anzeichen flüssigen Wassers - geschätztes Alter: rund 3,6 Milliarden Jahre.

                                                           
Der Mars - ein roter blauer Planet?
Aus zwei Gründen kommt nur der Mars für eine bemannte Mission in Frage. Er ist von allen Planeten unseres Sonnensystems der Erde am nächsten und ihr am ähnlichsten. Die Gemeinsamkeiten zur Erde sind offensichtlich Ihn umgibt eine schützende Atmosphäre, und seine Pole sind mit Eiskappen (Trockeneis aus Kohlendioxid) bedeckt. Es gibt vier Jahreszeiten, die sich wie auf der Erde in den Hemisphären abwechseln. Die Oberflächenstrukturen beider Planeten sind einander ähnlich. Es gibt Ebenen, Gebirge und Grabennetze, die fließendes Wasser vor rund vier Milliarden Jahren in den Marsboden gegraben hat. Zu dieser Zeit herrschte ein feucht-warmes Klima auf dem Mars.
Irgendwann viel der Luftdruck, und das Klima kühlte sich stark ab. Heute gibt es auf dem Mars kein flüssiges Wasser, lediglich Eis und Dampf. Aber unter seiner Oberfläche sind große Mengen flüssigen Wassers verborgen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich einfache Lebewesen an diese Veränderungen anpassen konnten, indem sie sich in Extrembiotope zurückzogen, wie sie auch auf der Erde vorkommen, zum Beispiel im Permafrost der Antarktis oder Tiefseeboden. Auf der Erde existieren hier Mikroorganismen - ohne Wasser und Sauerstoff.
Aus Sicht der bemannten Raumfahrt ist der Mars der zur Zeit interessanteste Planet und Forschungsobjekt. Seine Oberflächentemperatur von +22 bis -70 Grad Celsius lassen ihn als Planeten für mögliche Ansiedlungen in Betracht kommen. Der Mars besitzt eine dünne Atmosphäre, deren Druck jedoch kein Wasser auf der Oberfläche halten kann. Die Entfernung zur Sonne beträgt im Mittel 228 Millionen Kilometer und von der Erde beträgt der Abstand rund 81 Millionen Kilometer. Die dichteste Annäherung von ca. 55 Millionen Kilometer an die Erde machen noch immer Flugzeiten von einem Jahr für bemannte Raumfahrtmissionen nötig; zum Vergleich: die Flugzeit Mond - Erde beträgt drei Tage. Ein Mars-Jahr dauert 687 Tage und ein Mars-Tag 24,5 Stunden; dies entspricht also einem Erden-Tag. Mit einem Durchmesser von 6.760 km im Mittel ist der Planet etwa halb so groß wie die Erde. Die rote Farbe des Planeten stammt von seinem hohen Anteil an Eisenoxyd, welches auf der Erde als Rost bekannt ist. Der Mars besitzt zwei Monde: Phobos und Deimos. Phobos hat einen Durchmesser von nur 24 km und ist 9.330 km vom Mars entfernt. Deimos ist mit 15 km Durchmesser verschwindend klein und hat einen und hat einen Abstand von 23.500 km zum Mars.

 

Gerade hat die Crew ihr Schiff auf Kurs gebracht. Jetzt fängt die richtige Arbeit an: Experimente in der Schwerelosigkeit und  die  Vorbereitungen für eine Landung auf dem Mars. Die Mannschaft besteht aus vier oder sechs Astronauten. Höchstwahrscheinlich wird  es  eine gemischte Crew sein, denn immerhin müssen die Raumfahrer fast drei Jahre im All  zusammenarbeiten  und  zusammenleben -  den  größten Teil dieser Zeit werden sie übrigens auf dem Mars verbringen. Forschen, studieren - und auf den passenden Rückflugtermin warten. Bei  so einer langen Missionsdauer müsste man schon ein Mönchsseminar ins All schießen, wenn man im Ernst  annähme,  die  Sache  würde  ohne Frauen über die Bühne gehen...
Und dann ist da die Sache mit der Schwerelosigkeit: Obwohl die meisten Missionsteilnehmer sie schon  von  früheren  Raumreisen  kennen, müssen sie sich erst wieder an den Zustand gewöhnen. Nichts bleibt an seinem Platz, oben ist unten und unten ganz woanders. Die  größten körperlichen Probleme sind Knochen- und Muskelschwund, das macht jeden durchtrainierten Kraftprotz  nach  einer  gewissen  Zeit  im All zur Mimose. Dagegen hilft nur Training mit eigens entwickelten Fitnessmaschinen.
Technisch wäre wohl auch ein Raumschiff möglich, das im Flug um seine eigene Achse rotiert, um  Anziehung künstlich zu erzeugen, so wie etwa im Film "2001 - Odyssee im Weltraum". Richtig überzeugt scheint John Mankins von der NASA  von diesem Gedanken aber nicht, denn so eine Lösung wäre sehr viel teurer als die nicht rotierende Variante.
Auf dem Flug zum Wüstenplaneten müssen die Astronauten nicht nur arbeiten und trainieren. Bei so  einem  langen Trip darf natürlich auch die körperliche Entspannung nicht zu kurz kommen. Darum haben die Weltraumpioniere Bücher  und  CDs  mit  an  Bord.  Auch  Spiele  sind wichtig für den Ausgleich, den die Mannschaft in der Freizeit braucht. Und natürlich DVDs: Stories mit den  größten  Mars-Abenteuern  der Filmgeschichte: "Mars Attacks" oder "Krieg der Welten" dürften die heißesten Favoriten sein.
Zum Programm gehört auch viel Schlaf: Jedes Besatzungsmitglied verbringt die Ruhezeiten in seinem  eigenen Schlafsack, der an die Wand gepinnt wird. Schlafen wie in einem Kängurubeutel - ein Modell, das Janis Connolly vorschlägt.
Ihre Mahlzeiten nimmt die Crew immer gemeinsam ein. Dafür haben sie viel Essen von der Erde mitgebracht. Was nicht mehr in  das  Raum- schiff passt, zum Beispiel Nahrung für den Rückflug,   kommt  als  Samen  zu  späteren Aufzucht  mit.  Einige Astronauten sorgen dann auf dem Mars für den Anbau und die Ernte der neuen Verpflegung. "Und eines ist sicher: Es wird nur vegetarisch sein", so Janis Connolly
.

 


                                                   Sex im Weltraum
Dieses Thema ist so alt wie die Geschichte der gemischten Crews selbst. Im All wird der Geist schnell willig, das Fleisch jedoch schwach. Weltraum-Erektionen sind auf Grund Schwerelosigkeit höchst selten. Nur durch Gewöhnung an die Schwerelosigkeit ist dieses Problem überwindbar. Und dann funktioniert`s anscheinend ganz gut - glaubt man den russischen Kosmonauten Sergej Krikaljow und Anatolij Arzebarski: Sie hätten sich blendend mit ihrer englischen Kollegin Helen Sharman auf der Mir amüsiert, erzählen sie mit einem Augenzwinkern. Diese Aussage wird durch Filmmaterial aus der Mir unterstützt, auf dem man die Engländerin mit einem verführerischen rosa Nachthemd durch die Station schweben sieht.
Probleme bei der schönsten Sache der Welt bereitet nur die Physik. Jeder Stoß bewirkt einen Gegenstoß und lässt die Körper nach dem Kurz-Akt wieder auseinanderdriften. Für Abhilfe sorgt da die patentierte Erfindung der amerikanischen Dozentin Elaine Lerner. Ihr Hüftgeschirr erlaubt einem Partner, die Hüftbewegungen des anderen beim Sex zu kontrollieren.
Die NASA zeigte, nach Aussage der Erfinderin, bislang kein Interesse an dem Utensil. Alle Versuche, einen Menschen im All zu zeugen, sind bislang fehlgeschlagen. Ob das an der Schwerelosigkeit oder an den "Testpersonen" liegt, ist leider nicht genau bekannt.

 

Rund 150 Tage nach dem Start: Das Marsschiff erreicht den roten Planeten. Die Crew bereitet alles vor, um an einer Raumstation  an- zudocken, die den Mars umkreist. Die Module dieser Station sind vorher in einer Serie von bis zu sechs unbemannten  Flügen in eine  Mars- nahe Umlaufbahn gebracht und hier zusammengebaut worden.
Das ist auch nötig, damit von hier zum Beispiel Roboter vorher schon mal auf dem Mars landen konnten, die  den idealen Landeplatz für die Crew finden oder Gebiete auf dem Planeten, die besonders interessant für die Wissenschaft sind.
Sonst hat die Station im Marsorbit alles, was auch die internationale Raumstation ISS im Erdorbit  bietet,  so  dass  die  Mannschaft  auch länger hier bleiben kann. Außerdem stehen Marslander bereit - Raumgleiter, mit denen  die Crew von  der Station zum Mars abtauchen und wieder zurückkehren kann. Dies ist ein mögliches Konzept, das die NASA verfolgt. Also eine Art Taxistation, bei  der  die  Astronauten  nur den Daumen raushalten, wenn sie mal zum Mars runter wollen.
Robert Zubrin von der Mars Society hat da entschieden andere Pläne. Ginge es nach ihm, würden die Astronauten direkt mit  dem  Mutter- schiff auf dem roten Planeten landen. Zum erstenmal seit Wochen spüren sie hier wieder eine Anziehungskraft, können sich nach einer Eingewöhnungsphase endlich wieder normal bewegen
Auf dem Mars gibt es bei der Ankunft der Astronauten bereits eine funktionierende Bodenstation. Die  Teile  dieser  Station,  inklusive  des kleinen Atomkraftwerks, sind in unbemannten Missionen auf den  Mars  gebracht  worden.  Ein Modell  dieser Station hat die Mars  Society auf der Expo in Hannover gezeigt.
Ob sich nun die NASA durchsetzt oder Robert Zubrin mit seinem Konzept, in jedem Fall gilt: Wir sind endlich oben. Die  erste  Etappe  eines großen Ziels der Menschheit ist endlich erreicht.
Denn der Traum vom Mars ist schon sehr alt. Kein anderer Himmelskörper hat die Phantasie  der  Menschen  so bewegt wie der relativ nahe Wüstenplanet. Wegen seiner roten Farbe wurde er von vielen frühen Kulturen mit Feuer und Blut in Verbindung gebracht. Bei  den  Römern war Mars der Gott des Krieges.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts ließen Wissenschaftler den Mars nicht mehr aus den Augen. Sie erstellten  Karten und fanden sogar Pole und "Kanäle". Und schnell war klar: Ein Himmelskörper, der der Erde so  ähnlich  ist,  muss  auch  bewohnt  sein.  Seitdem  ist  in  Büchern, Hörspielen oder Filmen eindeutig belegt: Der Mars ist Rot, die Bewohner klein und grün und ihre Fahrzeuge sind fliegende Untertassen.
Der Deutsche Wernher von Braun, der Vater der Mondlandung, ist auch Vordenker der Marsmission. Schon 1923 träumte er von einer Reise zum Wüstenplaneten. Für ihn war die Mondlandung  immer  nur  eine  erste  Etappe  für eine  bemannte Mission zum Mars.  Von Braun gab keine Ruhe: Schon 1950 entwickelte er ein Konzept für eine Reise zum Mars - ein kühner Plan,  bei  dem  eine  Armada  von  Raumschiffen, angetrieben von nuklearen Energiequellen, durch die unendlichen Weiten fegt. Wenn Wernher von Braun gefragt wurde, warum ein Mensch auf den Mars solle, hat er immer selbstverständlich geantwortet: "Weil es die Bestimmung des Menschen ist."
Ob das die Pioniere da oben auch so sehen werden? Die Astronauten müssen immerhin über 600 Tage auf dem roten Planeten bleiben, denn erst dann stehen Erde und Mars so günstig, dass eine kurze Flugbahn für die Rückkehr möglich  ist.
Das können ungemütliche Tage werden: Auf dem Mars gibt es Sandstürme mit Geschwindigkeiten von  bis  zu  400 Stundenkilometern.  Die Höchsttemperatur am Äquator kann plus 26 Grad betragen,  dagegen fällt in  der  Nacht  die Temperatur  auf mehr als 100 Grad unter dem Gefrierpunkt.

 


                                                                       Die optimale Crew
Psychologen sagen, dass eine Crew, bestehend aus zwei Paaren, für die insgesamt drei Jahre dauernde Mission das Optimum  wäre.
Klar, dass man für so einen Marathon-Trip lieber keine reine Männer-Crew ins All schießen sollte, wenn man nicht möchte, dass sie zum anderen Ufer übertreten. Auch eine Crew aus drei Männern und einer Frau wäre, wie man sich denken kann, nicht das Gelbe vom Ei. Umgekehrt, drei Frauen und ein Astronaut, könnten wir uns in unseren marsianischen Träumen schon eher vorstellen...
In einer 2+2 Crew wäre neben dem gerechten Geschlechterverhältnis auch das geringste Aggressionspotential enthalten - so die psychologische Theorie. Ob die Praxis sich daran orientieren wird, ist ungewiss: Die NASA braucht für den Trip psychisch und physisch extrem stabile Persönlichkeiten, die am besten schon als Testpiloten in Jets Erfahrungen sammelten.
Viele Frauen, die die strengen Kriterien erfüllen und so einen Höllentrip auch mitmachen wollen, gibt es nicht. Deshalb ist es fraglich, ob die Doppel-Paarung im All stattfinden kann.
Neben körperlichen Voraussetzungen müssen die Astronauten auch das passende Background-Wissen mitbringen. Aus dieser Sicht setzt sich die Crew wie folgt zusammen:

Zwei Bordtechniker/Flugingenieure
Aufgabe: Während des Fluges Probleme erkennen, bevor sie auftreten, und Schäden so weit wie möglich reparieren.
Zwei Feldwissenschaftler
Sie haben am Mars die Hauptaufgaben zu erledigen, müssen die sachkundige Erfüllung der Forschungsziele gewährleisten. Einer der Feldwissenschaftler sollte Geologe sein. Seine Aufgabe: Erforschung der Bodenschätze und der geologischen Geschichte des Mars. Der Zweite, Biochemiker, untersucht chemische und biologische Toxitäten der Substanzen. Die Besatzung wird multi-national sein.
Übrigen: Bewerben kann man sich unter:
www.nasajobs.nasa.gov

 

Während der Zeit auf der Marsoberfläche soll die Crew Antworten finden auf ganz große Fragen der Wissenschaft. Gab es Leben auf dem Mars? Schließlich wurden 1996 Marsgesteinsbrocken mit möglicherweise fossilen Bakterien darin gefunden. Und ein Jahr später hatte das Marsfahrzeug "Sojourner" Aminosäuren nachgewiesen - die Bausteine des Lebens. Eine andere Frage ist: Warum hat sich das Klima auf dem Mars geändert, und dann das der Erde auch passieren? Und vor allem: Können wir den Mars besiedeln?
Neben Marslander und Bodenstation stehen den Astronauten für die Arbeit auf dem Mars auch Roboter und Fahrzeuge zur Verfügung. Die Marsfahrzeuge sind geschlossen, so möchte die NASA auf  umständliche Raumanzüge, wie noch bei der Landung auf dem Mond zum Einsatz kamen, verzichten.
Ein großes Problem ist die Weltraumstrahlung, der die Crew ausgesetzt ist. Besonders stark ist die Gefahr in der Orbit-Station und im Raumschiff. Zum Schutz ist die Ummantelung der Module mit Wasser oder einem speziellen Gas gefüllt.
Kehrt die Mannschaft zurück zur Erde, dauert auch diese Fahrt wieder 130 bis 180 Tage. Auf dem Rückweg begegnet ihnen wohl schon die Ablösung: In einem zweiten Raumschiff zieht eine Crew an ihnen vorbei, auf dem Weg zum Mars...

 


                                               Ernährung
Pro Tag verbraucht ein Astronaut im All fünf Kilogramm Nahrung, Wasser und
Sauerstoff in folgender Aufteilung:

Eiweiß:                 600 Gramm
Kohlenhydrate:  600 Gramm
Fett:                      100 Gramm
Salze:                      10 Gramm
Sauerstoff:           900 Gramm
Flüssigkeit:         2600 Gramm

Bei einer rund 1000 Tage dauernden Mission verbrauchen vier Astronauten somit 20 Tonnen der genannten Rohstoffe.
Die angenehme Variante, dies zu konsumieren, zeigt ein weltraumtypischer Tagesspeiseplan: Ready-to-eat-Nahrung, die man sich optisch und geschmacklich wie das delikate Menü auf dem Flug von Frankfurt nach Bangkok vorstellen kann:


Frühstück:
Rühreier
Wurst
Erdbeeren
Marmeladebrot
Orangensaft

Mittagessen:
Kalbfleisch mit Sauce
Kartoffelpüree
Grüne Bohnen mit Käsesauce
Pfirsichsaft

Abendessen:
Huhn
Spargel
Pfirsiche
Biskuits
Kakao
Limonade


Die unangenehmere und weitaus häufigere Methode, satt zu werden, ist allerdings die Nahrungsaufnahme mit Tube und Saugrohr. Denn auch Knödel, Schweinshaxe und Co. haben im Weltall kein Gewicht und pflegen frei im Raum zu schweben.
Um den Mahlzeiten nicht andauernd hinterher hechten zu müssen, kommt das Essen deshalb zum größten Teil aus den besonders appetitanregenden, aber praktischen Tuben.

 

 

Ohne Zweifel schickt sich die Menschheit an, das Weltall zu erobern, vorerst zwar noch in kleinen Schritten, aber sofern sich die Menschheit nicht durch Selbstzerstörung ad Absurdum führt, werden zukünftige Generationen weitere Reisen zu noch entfernteren Zielen im All durchführen, auch über unser Sonnensystem hinaus. Das Hubble Space Telescope liefert uns  Bilder aus dem All, wie wir sie noch nie gesehen haben. Der Weltraum wird für den Menschen kleiner, die Herausforderungen jedoch immer größer. In anderen Sonnensystemen gibt es eine Reihe  von Planeten, die zweifellos ähnliche Bedingungen haben, wie unsere Erde. Ich bin überzeugt, dass sich Leben auch dort entwickelt hat!

 

 

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